„Wir bringen Sie auf Platz 1 bei Google" —
so erkennst du die Spam-Anrufe.
Jeden Tag rufen sie irgendwo am Niederrhein an: angebliche SEO-Berater, „Google-Partner", „Marketing-Spezialisten". Versprechen Top-Platzierungen, brauchen nur eine kurze Bestätigung. Und ziehen kleinen Firmen das Geld aus der Tasche. So erkennst du sie und stoppst sie höflich aber bestimmt.
„Ich rufe wegen Ihrer Google-Sichtbarkeit an — wir sehen, dass Ihre Firma nicht auf Seite 1 ist." Wenn du das hörst, weißt du in den ersten 10 Sekunden: auflegen ist die richtige Antwort. Hier ist warum — und wie du es höflich machst.
Die 5 typischen Sätze, an denen du sie erkennst
Die Anbieter wechseln, der Skript ist immer gleich:
- „Wir haben uns Ihre Webseite angeschaut..." — haben sie nicht. Die rufen 200 Firmen am Tag durch.
- „Wir sind offizieller Google-Partner." — Google hat keine Partner, die für dich anrufen.
- „Wir können Ihre Webseite auf Platz 1 bringen." — Niemand kann das garantieren. Niemand.
- „Das kostet nur 79 € im Monat, läuft 24 Monate." — Klassischer Abo-Vertrag, oft schwer kündbar.
- „Ich brauche nur eine kurze Bestätigung am Telefon." — Genau diese „Bestätigung" landet als Vertragsabschluss im Postfach.
Wie der Trick technisch funktioniert
Die meisten dieser Anbieter machen genau zwei Dinge:
- 1. Sie tragen deine Firma in 30–50 Verzeichnisse ein (kostet sie 2 Minuten pro Eintrag).
- 2. Sie schicken dir monatlich ein PDF-Report mit Charts, die wie SEO aussehen, aber nichts bewirken.
Echte SEO funktioniert anders — und ist viel boring-er. Siehe unseren Artikel zu SEO-Grundlagen.
Was du am Telefon sagen kannst
Du musst nicht unhöflich sein. Drei höfliche Sätze reichen:
- „Vielen Dank für den Anruf, ich habe bereits einen festen Partner für meine Sichtbarkeit."
- „Bitte streichen Sie meine Nummer aus Ihrer Liste. Bei erneutem Anruf werde ich der Bundesnetzagentur Meldung machen."
- Auflegen.
Das funktioniert. Und nein, sie rufen nicht 5 Minuten später wieder an — sie haken dich auf einer Liste „kein Interesse" ab und gehen zum nächsten.
Wenn du schon einen Vertrag unterschrieben hast
Drei Wege raus:
- Widerrufsrecht prüfen — wenn du als Verbraucher (privat) bestellt hast, hast du 14 Tage Widerrufsrecht. Als Unternehmer leider meistens nicht.
- Wucher prüfen lassen — viele dieser Verträge sind sittenwidrig. Ein Anruf beim Anwalt (~50–100 €) lohnt sich, wenn der Vertrag 24 Monate × 79 € = 1.896 € kostet.
- Verbraucherzentrale NRW kontaktieren — die kennen jede dieser Firmen und haben oft Musterschreiben.
Wer sind diese Anbieter eigentlich?
Meistens kleine Call-Center, die im Auftrag verschiedener Marken (oft mehrere Tochterfirmen mit ähnlichem Namen, häufig Sitz im Ausland) anrufen. Die Namen ändern sich alle 2–3 Jahre, weil so viele Beschwerden auflaufen.
Erkennungszeichen:
- Unterdrückte Nummer oder Nummer aus Berlin / München / Wien.
- Akzent (oft osteuropäisch) — kein Problem an sich, aber kombiniert mit den Sätzen oben ein klares Signal.
- Druck zur schnellen Entscheidung: „Das Angebot gilt nur heute."
- Keine konkrete Aussage zu Ihrer Webseite — sie kennen sie nicht.
Was wirklich funktioniert (kostenlos!)
Du brauchst keinen externen „SEO-Berater" für die Basis:
- Google Business Profil ausfüllen — siehe unsere 30-Minuten-Anleitung.
- Klare Ortsangabe auf der Webseite („Maler aus Goch", nicht nur „Maler").
- Ein paar gute Bewertungen sammeln — wirkt mehr als 100 Verzeichnis-Einträge.
- Schnelle Seite — siehe SEO-Grundlagen.
Wer trotzdem Hilfe will, sucht sich einen lokalen Anbieter mit klarer Preisliste und festem Ansprechpartner. Nicht jemanden, der dich kalt anruft.
Fazit
Jeder Anruf, der mit „Wir bringen Sie auf Platz 1 bei Google" beginnt, ist verlorene Zeit oder verlorenes Geld. Mit drei Sätzen freundlich beenden, weitermachen. Wenn du Sichtbarkeit ernsthaft angehen willst: kurze Anfrage an uns reicht — wir sagen ehrlich, was Sinn ergibt und was nicht.
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